März 04, 2021 blog

Online-Kurs vs. Web-Recherche

Wir leben in einer Zeit, in der wir jederzeit Zugriff auf Informationen haben. Es gibt fast nichts, was man nicht im Web finden kann. Welche Vorteile bieten dann Online-Kurse gegenüber einer reinen Web-Recherche?

Online-Kurs vs. Web-Recherche

  • Du bekommst in kompakter Form das Wissen, das du brauchst und musst nicht selbst recherchieren.
  • Je komplexer das Thema, desto schwieriger ist es, Wissen zu vermitteln. Ein guter Online-Kurs setzt deshalb bestimmte didaktische Methoden ein und erreicht damit die Lernziele.
  • Du konsumierst nicht nur passiv Informationen, sondern wirst aktiv einbezogen durch interaktive Elemente, Spiele, Videos, Animationen und so weiter, die helfen, das Thema zu verstehen und im Idealfall sogar den Impuls geben, gleich ins Tun zu kommen.

Taxonomie kognitiver Lernziele

Diese Pyramide beschreibt mögliche Lernziele auf der kognitiven Ebene in einer nach Komplexität ansteigenden Reihenfolge (Taxonomie kognitiver Lernziele von Anderson und Kratwohl). kognitive-Lernziele

  • Erinnern: Du kannst mithilfe des Online-Kurses beispielsweise die Technik der Porträtfotografie wiedererkennen und wiedergeben, was sie ausmacht.
  • Verstehen: Du hast die Technik nicht nur kennengelernt, sondern kannst sie auch erklären, interpretieren und mit anderen Techniken vergleichen.
  • Anwenden: Die eingesetzten Lehrmethoden versetzen dich in die Lage, die Technik anzuwenden und selbst Porträtfotos zu machen.
  • Analysieren: Du bist in der Lage verschiedene Techniken zu differenzieren und weißt, wann du am besten welche Technik einsetzt.
  • Bewerten: Du kannst Arbeitsergebnisse überprüfen, beurteilen und auf der Basis Entscheidungen treffen.
  • Erzeugen: Du kannst ganze Shootings planen, umsetzen und die Fotos selbst entwickeln.

Zusammen wirken: (kognitives) Wissen, (affektive) Haltungen und (psycho-motorischen) Fertigkeiten.

  • Kognitive Lernziele: intellektuelle Aktivität, wie zum Beispiel Denken, Schlussfolgern oder Erinnern (Beispiel: eine bestimmte Technik der Porträtfotografie kennen).
  • Affektive Lernziele: Gefühle, Einstellungen und Werte - Bewusstsein schaffen, für etwas begeistern (Beispiel: Überzeugt davon werden, Porträtfotograf:in zu werden)

Mit welchen Methoden erreiche ich diese Ziele?

Welche mediendidaktische Methoden du konkret einsetzt, ist abhängig davon, was deine Kursteilnehmer:innen nach dem Kurs "wissen" sollen. Genau jetzt kannst du das Pyramiden-Modell zu Rate ziehen. Die Stufen 4-6 sind am schwierigsten zu erklimmen. Um hier hin zu kommen, braucht es vielleicht ein E-Learning-Modul bestehend aus einer ganzen Kurs-Reihe. Auch Blended-Learning-Konzepte (mit Mischung aus Präsenz-Seminaren für die Praxis und Online-Kursen für die Theorie) sind denkbar.

Ich selbst habe eine Weiterbildung zum Medical Fitness Coach gemacht. Corona hat das Studieninstitut quasi dazu gezwungen, einige Module ins Web zu verlagern. Entstanden ist eine gelungene Mischung aus E-Learning, Webinaren und Präsenzschulungen. Mit einer Lern-App hatte ich jederzeit die Möglichkeit zu üben.

E-Learning-Formate

Nachfolgend findest du weitere Praxisbeispiele:

  • Gamification-Elemente (Beispiel: in einem virtuellen Raum nach dem Schlüssel zu einem anderen Raum suchen, um dort eine Überraschung zu bekommen. Dafür muss man im Raum diverse Aufgaben lösen)
  • Fallbasiertes/Problemorientiertes Lernen (Teilnehmer:innen müssen einen Dialog zwischen zwei Personen bewerten. Das kann ein Video oder eine „Fotostory“ sein).
  • Einsatz von Personas (Beispiel: du kreiierst den Held/die Heldin in der Handlung – praktisch für den roten Faden/die Dramaturgie. Entwerfe beispielsweise eine Figur, die zum ersten Mal eine Kamera in der Hand hält. Die Teilnehmer:innen begleiten sie bei ihren Erfahrungen mit dem Gerät und „helfen“ ihr, indem sie Aufgaben lösen).

Exkurs: Was bedeutet eigentlich Didaktik?

Der Begriff stammt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie "Die Kunst des Lehrens". Heute: Die Wissenschaft vom Unterricht.

Methodik ist als Teildisziplin der Didaktik zu verstehen. Vereinfacht gesagt:
Die Didaktik kümmert sich um das "Was" (Inhalte) und "Wozu" (Kompetenzen beziehungsweise Ziele), die Methodik um das "Wie" (Vorgehensweise).

Für digitales Lernen ist der Begriff "Mediendidaktik" interessant: Das Lernen mit und über Medien. Zentral ist die Fragestellung: Auf welche Art und Weise können wir Medien nutzen, um Wissen zu vermitteln?

Im Kontext von E-Learning (darunter fallen auch Online-Kurse) geht es zum Beispiel darum, ob ein interaktives, fallbasiertes Video das Wissen zu einem bestimmten Thema am besten rüber bringt, oder ein interaktives Game, bei dem die Teilnehmer:innen sich das Wissen explorativ ("selbst entdeckend") aneignen.

Hast du schon einen eigenen Online-Kurs und möchtest ihn noch etwas aufpeppen? Ich helfe dir gerne dabei, indem ich "drüber schaue" und dir praktische Tipps gebe. Schreib mir einfach eine Nachricht.