Februar 13, 2021 blog

Vom Offline- zum Online-Lernen

E-Learning, also „Electronic Learning“ setzt sich in Unternehmen immer stärker durch. Zurecht: Angesichts rasanter technischer Fortschritte ist es schwer, Schritt zu halten und immer up-to-date zu bleiben. Alles was man heute gelernt hat, kann morgen schon überholt sein.

Vom Offline- zum Online-Lernen

Das Wissen der Mitarbeitenden ist das größte Kapital der Unternehmen. Digitale Lernangebote liefern ein effektives Instrumentarium, um Wissen zu vermitteln.

Wenn du dich mit dem Thema E-Learning näher auseinandersetzt, begegnen dir wohlklingende Begriffe wie WBT, Game Based Training, Serious Games, Virtual Classroom und viele mehr.

Beim Einsatz von E-Learning kannst du grundsätzlich asynchrone von synchronen Formen unterscheiden:

  • Asynchron: Digitale Lernangebote ermöglichen eine zeitlich versetzte Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden. Beispiel: Du absolvierst im Selbststudium ein Online-Training auf einer Lernplattform oder in einer Online-Akademie. Deinen Lernerfolg misst ein Learning Content Management System. Du bekommst beim Lösen von Aufgaben ein digitales Feedback.
  • Synchron: Bei Webinaren (spätestens seit Corona die Lernsituation schlechthin) befinden sich Lehrende und Lernende zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten. Das ist zum Beispiel in Virtual Classrooms der Fall.

Ein Online-Kurs bestehend aus Video-Tutorials gehört ebenso in die E-Learning-Sparte wie ein webbasiertes Training (WBT). Game Based Trainings spielen eine wichtige Rolle, wenn wir über didaktische Methoden sprechen. Sie orientieren sich an Spielmechaniken aus Computerspielen. Sogenannte Serious Games bedienen sich unterhaltender Elemente, haben aber einen pädagogischen Zweck: das Gelernte spielerisch anzuwenden. Beispiel: Simulation einer Notfallaufaufnahme im Krankenhaus. Zukünftige Krankenpfleger:innen lernen damit, die Theorie praktisch umzusetzen und Erfahrungen in „realen“ Situationen zu sammeln.

Ein weiterer Trend im E-Learning-Kontext ist Augmented, Virtual und Mixed Reality. Für einige Branchen liegt es auf der Hand: Zum Beispiel können gefährliche Tätigkeiten simuliert oder Übungen an teuren Maschinen geübt werden, ohne eine Verletzung oder einen Defekt zu riskieren. Aber auch ein virtuelles Onboarding wäre denkbar.

Der Fantasie sind dank diverser technischer Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Allerdings muss das Budget mitspielen. Die Kosten für eine aufwendige Videoproduktion liegen schnell im fünfstelligen Bereich. Für Virtual oder Augmented Reality brauchst du teures Equipment.

Ein gutes E-Learning-Programm braucht aus meiner Sicht einen ausgewogenen Methoden- und Medienmix. Beispielsweise kannst du einen konkreten Fall mithilfe einer Spielmechanik umsetzen: Der Lernende vertieft so sein theoretisches Wissen und der Spielaspekt fördert die Lernmotivation.

Es braucht nicht zwingend die ganz großen Budgets.

Blended Learning

Hier kommt das beste aus der Offline- und Online-Welt zusammen: Online-Trainings dienen dazu, alle Lernenden auf denselben Stand zu bringen, um dann in der Präsenzphase daran anzuknüpfen. Ein abschließendes Online-Training hilft beim Wiederholen und Vertiefen.

Vor- und Nachteile asynchroner E-Learning-Formate

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Wann ist E-Learning im Unternehmen sinnvoll?

Je komplexer ein Lernziel ist, desto schwieriger wird es, Wissen erfolgreich mit einem Online-Training zu vermitteln. Ich persönlich sehe das als Herausforderung und sage: Je komplexer das Lernziel, desto mehr müssen Concepter und Entwickler tun, um die Lernenden aktiv einzubeziehen und den Stoff zu vermitteln.
Es gibt jedoch ganz klar Themen, bei welchen Online-Trainings an ihre Grenzen kommen: Um einem Mechatroniker das Handwerk beizubringen, bräuchte es aufwendige Simulationen, was im E-Learning-Kontext schwer umsetzbar ist.

Sinnvoll ist der Einsatz von E-Learning für folgende Themen:

  • Produkttrainings (zum Beispiel für Endkunden, Handelspartner, Mitarbeitende)
  • Verhaltenstrainings (zum Beispiel: Kommunikation)
  • Prozesse (zum Beispiel Abläufe mit neuen Softwarewerkzeugen)
  • Vertriebstrainings (zum Beispiel: Elevator Pitch, Verkaufsgespräch)
  • Compliance
  • Gesetzlich verpflichtende Themen wie Datenschutz und Datensicherheit, Arbeitsschutz, AGG

Wann ist E-Learning in Unternehmen erfolgreich?

E-Learning ist dann erfolgreich, wenn die richtigen didaktischen Strategien zum Einsatz kommen, um die Lernziele zu erreichen. Es muss einfach Spaß machen, damit der Lernende auch motiviert bleibt und sich nicht einfach nur schnell durchklickt, um ein Zertifikat zu bekommen.

Voraussetzung ist aber auch, dass Unternehmen eine Lernkultur aufbauen, in der Offenheit gegenüber digitalen Lernangeboten herrscht. Es braucht Promoter aus den Führungsetagen, die 100% hinter ihrer Online-Akademie stehen. Schließlich sind Weiterbildungsangebote auch eine Investition des Unternehmens in ihre Mitarbeitenden.

Eine Auseinandersetzung mit E-Learning-Tools, Plattformen und Methoden sowie entsprechende Weiterbildungen gehören natürlich auch dazu. Denn irgendwer muss die Online-Trainings schließlich entwickeln und umsetzen, wenn nicht externe Dienstleister (wie ich 😉) das übernehmen.

Eine positive Kommunikationskampagne ist schließlich das Herzstück bei der Einführung von E-Learning in Unternehmen. Es gilt nicht nur Akzeptanz für die Wissensvermittlung via E-Learning zu schaffen, sondern es als das zu verkaufen, was es ist: ein Vorteil und ein wertvolles Angebot für die Mitarbeitenden.


Auf meinem txt.kopf Blog schreibe ich über E-Learning und die kreativen Möglichkeiten digitaler Lernangebote. Planst du E-Learning in deinem Unternehmen einzuführen und brauchst Beratung oder ein Coaching? Ich freue mich, von dir zu hören!